Mittwochsakademie der VHS Freudenstadt

Franz Kafka oder die Welt ohne Vertrauen

„Hier war mein Gymnasium, dort in dem Gebäude, das herübersieht, die Universität, und ein Stückchen weiter links hin mein Büro. In diesem kleinen Kreis ist mein ganzes Leben eingeschlossen.“ – Wie konnte aus solcher Enge eine Weltliteratur entstehen, die im 20. Jahrhundert nicht ihresgleichen findet? Kafkas Figuren verlieren sich in einer Welt ohne Vertrauen, und seine Erzählkunst erzeugt dabei einen Sog, dem sich kein Leser und keine Leserin entziehen können. Seine einsamen Welten haben dabei das intensivste literarisch-philosophische Gespräch unserer Gegenwart erzeugt. Paradox? Peter Vollbrecht versucht, daraus einen Sinn zu machen…

Mittwoch, 24. Februar 2021, 9:15 - 11:15 Uhr


Der philosophische Tag in Freudenstadt

Was wir aus der Pandemie gelernt haben oder zukünftig lernen könnten

Seit über neun Monaten pflügt das SARS-CoV-2-Virus die Zivilisationen um. Plötzlich sieht die Menschheit einer ungewissen Zukunft entgegen. Die Ökonomen prognostizieren die schwerste Weltwirtschaftskrise seit der Großen Depression. Anlässlich unseres philosophischen Tages versuchen wir uns an einer Zwischenbilanz: Was hat die Pandemie verändert in unseren sozialen Gefügen, in unseren persönlichen Beziehungen und in der internationalen Gemeinschaft? Ist ein neuer Gemeinsinn entstanden? Wie sieht die Zukunft der Arbeitsgesellschaft aus? Wer waren (sind/werden sein) die Krisengewinnler, wer die Verlierer? Hat die Krise unser persönliches Verhältnis zu unserem eigenen Leben verändert? Wird das Neue Normal das alte sein plus Maske und Corona-App? Was können wir aus der Pandemie lernen?

Aktuelle Texte aus neun Corona-Monaten sind die Grundlage für unsere Diskussionen.

Ort: VHS Freudenstadt, Landhausstr. 4,  72250 Freudenstadt
Zeit: Samstag, 9. Januar 2021, 9:30 -17 Uhr


Das philosophische Café in der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen

»Komm und besänftige mir das Chaos der Zeit«
Friedrich Hölderlin zum 250. Geburtstag

Feinsinnig war er, zerbrechlich seine Seele, literarisch eine Lichtgestalt. Mit 36 Jahren erkrankte er psychisch schwer und verbrachte die zweite Hälfte seines Lebens in geistiger Umnachtung beim Schreinermeister Zimmer, wo er das berühmte Turmzimmer am Tübinger Neckarufer bewohnte. Immer wieder wurden Zweifel an Hölderlins Erkrankung laut, man vermutete, Hölderlin habe sich einer politischen Verfolgung entziehen wollen. Seine Dichtung vollzieht einen regen Grenzverkehr zwischen Poesie und Philosophie, und in betörend schönen, aber auch verstörenden Texten inszeniert Hölderlin immer wieder den Konflikt von idealer und realer Welt. Sein schmales Werk thematisiert Gegensätze, die auch uns heute noch im Griff halten: Norden und Süden, Orient und Okzident, Erinnerung, Gegenwart und Hoffnung, Freiheit und Gebundenheit. Ein Sonntagvormittag zu einem Jubiläum, wie man es nur einmal im Leben erlebt.

Ort: Alte Seegrasspinnerei, Nürtingen, Plochinger Straße 14
Zeit: Sonntag, 22. November 2020, 11 Uhr


Naturwissenschaftliche Gesellschaft St. Gallen/Schweiz:

Das Glück des gelingenden Lebens

Was ist Glück und was bedeutet es uns? Und worin besteht ein gelingendes Leben? Früher oder später stolpern wir immer mal wieder ganz persönlich über diese Fragen. Die Philosophie hat sie seit ihren frühesten Tagen aufgegriffen und bearbeitet. Peter Vollbrecht stöbert in den Antworten mehrerer Jahrtausende herum und zieht dabei immer weitere Kreise: vom Ideal des weltabgewandten, nach Innen und ins Spirituelle gerichteten Leben zum aktiven Leben in der sozialen und politischen Öffentlichkeit. Er zeigt auf, wie je nach historischem Kontext sich die Gewichte dabei verschoben haben und wo wir mit unseren heutigen Glückserwartungen stehen. Die Rezeptur für das richtige Leben gibt es zwar nicht, aber ein paar Gewürze dafür doch.

Ort und Zeit: Universität Sankt Gallen, Raum HSG 01-013; 11. November 2020, 20:15 Uhr

 

 

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht