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HansGünterClaus

Philosophische Cafés Saison 2009/2010

Themenbeschreibungen

 

 

 Weltbürgertum und kosmopolitische Vernunft:
 Immanuel Kant über den Ewigen Frieden
                                                                  Mannheim, 20. September 2009, 11 Uhr
                                                                                                                                                Esslingen, 15. Oktober 2009, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                Nürnberg, 16. Oktober 2009, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                Heilbronn, 19. November 2009, 19.30 Uhr

        Eigentlich ist es ein philosophischer Skandal, dass der Frieden den Philosophen selten ein Thema wert war. Die große Ausnahme ist hier wieder einmal Immanuel Kant.

        Mit seiner kleinen Schrift Zum ewigen Frieden hat er vor über 200 Jahren die Idee eines Völkerbundes entworfen, Vorbild der 1945 gegründeten Vereinten Nationen. Visionär entwarf Kant einen globalen Friedensvertrag, mit dem der Krieg aus dem Zusammenleben der Nationen verbannt werden soll. Und kühn erklärte Kant jeden Menschen des Planeten zum Weltbürger, der an jedem Ort der Erde ein Aufenthaltsrecht beanspruchen könne.

        Der „ewige Frieden“ ist die Vision einer Weltzivilisation, die ein und für allemal den Krieg als einen unwürdigen Zustand abgeschafft hat. Der Königsweg dorthin, so Kant, ist der republikanische Gedanke. Denn nur in einer Republik stehen die Bürger auf gleicher Augenhöhe und können sich als freiheitliche Mitglieder eines Staatswesens definieren.

        Von der einzelnen Republik zum Republikanismus der Weltzivilisation: Kants kleine Schrift entfaltete eine unvergleichbare Wirkung, sie ist seine Antwort auf die Globalisierungsprobleme unserer Zeit!

 

 

                       

Romantik                                                                                                                                Mannheim, 18. Oktober 2009, 11 Uhr
                                                                                                                                                  Schwäbisch Gmünd, 20. Oktober 2009, 19.30
                                                                                                                                                  Nürnberg, 6. November 2009, 19.30 Uhr

        Jeder von uns kennt das Romantische als eine Stimmung des Gemüts. In der Epoche der Romantik hingegen ging es um mehr, nämlich um eine philosophische Kritik an der ‚kalten‘ Rationalität der Aufklärung und um eine Kunstauffassung, ja sogar um eine Kunstreligion.

        Novalis, die Gebrüder Schlegel, der politische Hitzkopf Fichte, der unglückliche Hölderlin und der weltgebildete Schleiermacher zimmerten aus dem Romantischen eine philosophische Weltauffassung. Die Welt müsse romantisiert werden, so die Auffassung Novalis‘, und er meinte damit: dem Endlichen und Profanen müsse der Schein des Unendlichen und Geheimnisvollen gegeben werden. Das Romantische ist das Bestreben, die Welt zu verzaubern, damit sie uns wertvoller wird.

        Seit jenen Tagen vor über zweihundert Jahren wirkt dieser Hang zur Ästhetisierung der Welt fort bis heute. Die Romantik prägte die Musik, die Literatur und selbst die Politik, sie lebte erneut auf in der Hippie-Bewegung und sie wirkt fort im ökologischen Bewusstsein unserer Tage. Jede Hoffnung ist irgendwie – romantisch!

         

Aus der Welt der Gefühle (3):
Melancholie                                                                                                                           
Ravensburg, 16. März 2010, 20 Uhr

        In diesem Teil des Zyklus über die Welt der Gefühle geht es um eine Stimmung, die Philosophen, Psychologen und Künstler immer schon fasziniert hat. Denn in Trauer melancholischer Gefühlslage ist das Bewusstsein in einer weltabseitigen Lage gefangen. Dabei hat sich die Bewertung des Melancholischen über die Jahrtausende entscheidend verändert. Galt sie in der antiken und mittelalterlichen Medizin als „schwarze Galle“, als krankhafter Zustand, so wird sie seit der Renaissance als Quelle für künstlerische Inspiration gefeiert. Der melancholische Blick schaut in eine Unendlichkeit, die verzehrend oder bereichernd sein kann. Die Dichter jedenfalls erkannten in der Unendlichkeitssehnsucht der Melancholie das Genialische. Was erkennen wir heute in ihr?

        Peter Vollbrecht wird versuchen, in einem multiperspektivischen Blick nicht nur über die Zäune der einzelnen Disziplinen zu setzen, sondern auch das positive und kreative Potential der Melancholie zu entdecken. Ein weitgespannter Reigen von Stimmen aus Philosophie, Psychologie und Kunst erwartet Sie!

 

Aus der Welt der Gefühle (9):
Freundschaft                                                                                                                            
Ravensburg, 9. Februar 2010, 20 Uhr

        Sobald er gehen kann, der Mensch,  und sobald er sozialer Kontakte fähig ist, bildet er Freundschaften, - Inseln des Herzens im Ozean der Anderen. Mit denen kann ich mich solidarisch erklären, aber freundschaftliche Gefühle kann ich nur mit wenigen hegen. Die Philosophie, die ja selbst das Freundschaftliche in ihrem Namen trägt, hat das Gefühl der Freundschaft reich bedacht: „Wer keinen einzigen braven Freund besitzt, ist nicht wert zu leben,“ sagte schon Demokrit vor über 2600 Jahren. Verfolgen wir, wie Philosophen den Beginn von Zuneigung und feiner Erwiderung schildern, wie die Vertiefung in der Zeit. Ergänzung, Zugehörigkeit, Verständnis, Vertrauen und das Währen in der Zeit – Freundschaft hat so viele Aspekte! Diskutieren wir an diesem Abend über ein Gefühl, das wir alle kennen, selbst dann, wenn wir es momentan nur ersehnen. Und vielleicht zeigt uns der Blick in die Kulturgeschichte der Freundschaft, dass sie immer schon so war, wie sie es heute ist.

 

Aus der Welt der Gefühle (11):
Mitgefühl und Mitleid
                                                                                                             Mannheim, 8. November 2009, 11 Uhr
                                                                                                                                                    Nürnberg, 4. Dezember 2009, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                    Esslingen, 18. März 2010, 19.30 Uhr

        Empathie, also die Fähigkeit, am anderen Menschen seelisch teilzunehmen, ist die Grundvoraussetzung aller Moral. Mitgefühl und Mitleid gelten deshalb als die beiden wesentlichen moralischen Gefühle, - Rückgrat der christlichen und – stärker noch – in der buddhistischen Ethik.

        Im Mitleid identifizieren wir uns mit dem anderen, so die antike Lehre, und das 18. Jahrhundert setzte geradezu darauf, dass die Tragödie im Theater zu Tränen des Mitleids rühren soll, damit der Zuschauer sich seelisch reinige. Im Mitleid verschwinde die Grenze zwischen Ich und Du, meinte Schopenhauer, der engagierteste Mitleidsethiker der westlichen Philosophie. Wir studieren an diesem Abend aber nicht nur die Advokaten des Mitleids (Buddha, Jesus, Lessing und Schopenhauer), sondern auch ihre Gegner: die Stoiker und Nietzsche. Was sind deren Argumente?

        Mitgefühl und Mitleid sind aber nicht dasselbe. Das Mitgefühl (karuna) gilt den Buddhisten als die ethische Kardinaltugend. Indem man es einübe, weite man sein Selbst auf alle Wesen. Mit allen verbunden zu sein – mit dem Nächsten verbunden zu sein: liegt in dieser Alternative vielleicht auch der grundlegende Unterschied von Ost und West?

         

Aus der Welt der Gefühle (10): Vertrauen                                                                       Esslingen, 3. Dezember 2009, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                  Ravensburg, 13. April 2010, 20 Uhr

        Der jüngste Finanzcrash bringt es an den Tag: keine Gesellschaft kann ohne Vertrauen leben. „Eine stille Verabredung zur Vereinfachung der Welt“, so hat Gertrud Höhler die Leistung des Vertrauens auf den Punkt gebracht: Vertrauen erspart uns umständliche Absprachen, eine Welt ohne Vertrauen wäre eine komplett verrechtlichte Welt, ein Leben ohne Vertrauen ertrüge die Ungewissheit des morgigen Tages nicht. Vertrauen ist riskant – und unerlässlich. Wir erkunden anhand von Stimmen aus Philosophie, Psychologie, Religion und Ökonomie den Nah- und Fernbereich des Vertrauens, wir nehmen unsern Weg vom Urvertrauen über das freundschaftliche und sozialen Vertrauen zum Vertrauen in die Menschheit und zum gelingenden Leben.

      .

Geschichte der moralischen Ideen (1)
Ist das Gute das Nützliche? Der Utilitarismus
                                                            Mannheim, 6. Dezember 2009, 11 Uhr
                                                                                                                                                 Nürnberg, 15. Januar 2009
                                                                                                                                                 Esslingen, 21. Januar 2010, 19.30 Uhr

        Es habe zwar in den Wissenschaften und in der Welt der Technik einen Fortschritt gegeben, die Moral aber komme nicht vom Fleck? Mitnichten! Eine neue Reihe eröffnet einen tieferen Blick in die Geschichte der Moralphilosophie, die auch eine Entwicklungsgeschichte ist.

        Wir beginnen mit einer ethischen Position, die im heutigen gesellschaftlichen Leben einen großen Kredit hat: dem sogenannten Utilitarismus. Er setzt auf die Ethik einen starken pragmatischen Akzent: Gut ist, was nützlich ist für eine größtmögliche Anzahl von Menschen. Seine Heimat hat diese Grundüberzeugung in der englischen Moralphilosophie des späten 18. und des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich wurde er vorgetragen von Denkern wie Jeremy Bentham und John Stuart Mill. Das Nützlichkeitskriterium leite uns in moralisch schwierigen Situationen zu Wert- und Entscheidungspräferenzen. Wenn eine Gesellschaft den Nutzen für möglichst viele zu ihrem moralischen Grundsatz erhebt, dann sei sie in hohem Maße fair und gerecht. Das klingt plausibel – doch Vorsicht! Die Probleme liegen im Detail.

 

Kreativität und die Lust am Neuen                                                                                   Mannheim, 17. Januar 2010, 11 Uhr

        Jeder Fortschritt, sei er technischer, sozialer oder organisatorischer Art, ist das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Nur wenn es gelingt, das Mögliche im Wirklichen zu erspüren, ereignen sich Innovationen. Peter Vollbrecht führt anhand einiger Sternstunden kreativen Denkens aus Wissenschaft, Kunst und aus der Geschichte des politischen Denkens vor, wie sich die Schubkraft des Innovativen entfaltet hat und unser Leben nachhaltig verändert hat. Dabei tritt auch deutlich hervor, weshalb uns Menschen das Mögliche stets mehr berauscht als das Wirkliche. Imagination, Intuition, aber auch die Sehnsucht nach einer besseren Welt sind die Triebkräfte unserer humanen Intelligenz. Das bloß Machbare fasziniert für sich allein noch nicht. Nachhaltig sind Entwicklungen erst, wenn in ihnen die Musik menschlicher Träume mitklingt.

         

Die Bhagavad Gita, das heilige Buch Indiens                                                               Schwäbisch Gmünd, 24. November 2009, 19.30 Uhr

        Im sechsten Kapitel des indischen Epos Mahabharata findet sich die Bhagavadgita, der meistgelesene indische Text, „Gottes Herz und des Menschen Atem“. Wer einen zentralen Zugang zu Glauben, Philosophie und Menschenbild der Inder sucht, ist hier richtig. Deswegen ist der Abend auch eine Einführung in die Welt Indiens.

        Wenn der Westen im Neuen Testament seine zentrale religiöse Botschaft der Welt übergibt, so bietet der Osten die Bhagavadgita als seine Essenz dar. Dabei ist die Gita ebenso sehr Philosophie wie Religion, ein großer Dialog zwischen dem Krieger Arjuna und dem Gott Vishnu, der sich in der Gestalt des in Indien hochverehrten Krishna zeigt. In dramatischen Auseinandersetzungen tauschen sich beide, Gott und Mensch, aus über alle großen Fragen, die universell alle Kulturen bewegen. Die Themen, die uns an diesem Herbstabend erwärmen: das niedere und das höhere Selbst, der Tod und die Unsterblichkeit, der Aufstieg der Einzelseele zur Weltseele, die Sympathie und der Schrecken Gottes, Frieden und Einklang mit sich selbst, Liebe und Hingabe, Erkenntnis und Offenbarung.

         

 „Flamme bin ich sicherlich“ –
die Wahrheiten und die Irrtümer des Friedrich Nietzsche                                        
Nürnberg, 5. Februar 2010, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                   Mannheim, 7. Februar 2010, 11 Uhr
                                                                                                                                                   Heilbronn, 10. Februar 2010, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                   Esslingen, 18. März 2010, 19.30 Uhr

        “Gott ist tot!”; “Ich lehre euch den Übermenschen!”, “Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!”, - wie kein anderer in der europäischen Tradition hat Nietzsche auf die Werte unseres Kulturkreises eingedroschen. Ein unbändiger Wunsch lebte in ihm, die abendländische Geistesgeschichte auf den Kopf zu stellen und der Welt seinen Willen aufzuzwingen. Doch einsam lebte er, von Krankheiten gequält, beständig auf der Flucht vor den Menschen, und in wahren Rauschzuständen schrieb er seine Werke nieder. Bis ihn an einem Januartage 1889 in Turin der Wahnsinn ereilte.

        Nietzsche hat in seiner Einsamkeit zweifellos wertvolle Wahrheiten erschrieben, dafür spricht schon die große Resonanz, die sein Werk bis heute ausgelöst hat. Seine Religionskritik, seine Theorie der Macht und seine Kunsttheorie sind Meilensteine in der Kulturgeschichte. Im Nachtcafé wollen wir uns Nietzsches Wahrheiten zuwenden, seinen Irrtümern aber auch!

 

Aus der Welt der Gefühle (11): Mitgefühl und Mitleid                                                      Mannheim, 8. November 2009, 11 Uhr
                                                                                                                                                       Nürnberg, 4. Dezember 2009, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                       Esslingen, 29. April 2020, 19.30 Uhr

        Empathie, also die Fähigkeit, am anderen Menschen seelisch teilzunehmen, ist die Grundvoraussetzung aller Moral. Mitgefühl und Mitleid gelten deshalb als die beiden wesentlichen moralischen Gefühle, - Rückgrat der christlichen und – stärker noch – in der buddhistischen Ethik.

        Im Mitleid identifizieren wir uns mit dem anderen, so die antike Lehre, und das 18. Jahrhundert setzte geradezu darauf, dass die Tragödie im Theater zu Tränen des Mitleids rühren soll, damit der Zuschauer sich seelisch reinige. Im Mitleid verschwinde die Grenze zwischen Ich und Du, meinte Schopenhauer, der engagierteste Mitleidsethiker der westlichen Philosophie. Wir studieren an diesem Abend aber nicht nur die Advokaten des Mitleids (Buddha, Jesus, Lessing und Schopenhauer), sondern auch ihre Gegner: die Stoiker und Nietzsche. Was sind deren Argumente?

        Mitgefühl und Mitleid sind aber nicht dasselbe. Das Mitgefühl (karuna) gilt den Buddhisten als die ethische Kardinaltugend. Indem man es einübe, weite man sein Selbst auf alle Wesen. Mit allen verbunden zu sein – mit dem Nächsten verbunden zu sein: liegt in dieser Alternative vielleicht auch der grundlegende Unterschied von Ost und West?

         

Philosophisches in Thomas Manns Zauberberg                                                                Nürnberg, 5. März 2010, 19.30 Uhr

 

Geschichte der moralischen Ideen (2):
Die Ethik des gelingenden Lebens: Aristoteles' Moralphilosophie                               
Mannheim, 18. April 2010, 11 Uhr
                                                                                                                                                           Nürnberg, 23. April 2010, 19.30 Uhr Uhr
                                                                                                                                                           Esslingen, 17. Juni 2010, 19.30 Uhr

        Die alten Griechen mit ihrem großen Sprachgefühl nannten das gelingende, glückende und glückliche Leben Eudaimonia. Sie verstanden darunter den guten Geist, der uns einwohnt und ohne den unser Leben nicht gelingen könne.

        Aristoteles hat aus dem Lebensziel eines gelingenden Lebens seine Ethik geformt. Dabei hat er auf die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen gesetzt, er hat aber auch die ethischen Normen auf die die gesellschaftlichen Bedingungen bezogen, unter denen wir leben. Wir verwirklichen die in uns angelegten Möglichkeiten, meinte er, nur als politische Wesen. Dabei ist für ihn der Begriff der Tugend zentral. Ein tugendhaftes Handeln bilde sich unter Einfluss unserer intellektuellen Einsichten heran, ein tugendhaftes Handeln gedeiht aber nur in einem gerechten Gemeinwesen, - eines bedinge hier wechselseitig das andere. Als die drei wesentlichen Kardinaltugenden gelten ihm die Weisheit, die Freundschaft und die Gerechtigkeit. Ein großer Abend über die ethischen Vorstellungen der Antike, - Vorstellungen, die Peter Vollbrecht durchreicht bis zu den ethischen Problemen unserer Gegenwart: Aristoteles ist ein Denker von bleibender Aktualität!

         

Was also ist die Zeit?
Philosophische Meditationen über ein ewiges Thema                                                       
Mannheim, 14.3.2010, 11 Uhr

        “Was also ist die Zeit?”, fragte vor eineinhalbtausend Jahren Augustinus, und er bekannte: “Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem erklären möchte, so weiß ich es nicht.”

        So geht es uns wohl noch immer. Allerdings können wir Heutige zurückblicken auf ein Jahrhundert, das ungemein intensiv am Phänomen der Zeit interessiert war. Philosophie, Kunst und die Wissenschaften haben viele Facetten der Zeit zum Thema gemacht: die Zeit in der Natur, das Zeitbewußtsein des Menschen und die Zeiterfahrung in den verschiedenen Kulturen.

        Wir unternehmen an diesem Vormittag eine Reise durch die Zeit-Welten, wir lassen uns verwirren von dem geheimnisvollen Phänomen Zeit, um klarer zu sehen und in unserem Gespräch vielleicht sogar den Versuch zu unternehmen, zu einem sinnvollen Umgang mit dieser so begrenzten Ressource zu gelangen.

         

Geschichte der moralischen Ideen (2):
Die Ethik des gelingenden Lebens - Aristoteles’ Moralphilosophie                               
Mannheim, 18. April 2010, 11 Uhr
                                                                                                                                                            Nürnberg, 23. April 2010, 19.30 Uhr
                                                                                                                                                            Esslingen, 17. Juni 2010, 19.30 Uhr

        Die alten Griechen mit ihrem großen Sprachgefühl nannten das gelingende, glückende und glückliche Leben Eudaimonia . Sie verstanden darunter den guten Geist, der uns einwohnt und ohne den unser Leben nicht gelingen könne.

        Aristoteles hat aus dem Lebensziel eines gelingenden Lebens seine Ethik geformt. Dabei hat er auf die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen gesetzt, er hat aber auch die ethischen Normen auf die die gesellschaftlichen Bedingungen bezogen, unter denen wir leben. Wir verwirklichen die in uns angelegten Möglichkeiten, meinte er, nur als politische Wesen. Dabei ist für ihn der Begriff der Tugend zentral. Ein tugendhaftes Handeln bilde sich unter Einfluss unserer intellektuellen Einsichten heran, ein tugendhaftes Handeln gedeiht aber nur in einem gerechten Gemeinwesen, - eines bedinge hier wechselseitig das andere. Als die drei wesentlichen Kardinaltugenden gelten ihm die Weisheit, die Freundschaft und die Gerechtigkeit. Ein großer Abend über die ethischen Vorstellungen der Antike, - Vorstellungen, die Peter Vollbrecht durchreicht bis zu den ethischen Problemen unserer Gegenwart: Aristoteles ist ein Denker von bleibender Aktualität!

 

Der tolerante Islam:
Weltoffenheit und interkulturelle Philosophie im Goldenen Zeitalter des Islam        
Schwäbisch Gmünd, 9. März 2010, 19.30 Uhr

        Der Islam hat eine große Toleranztradition, nicht nur in seinen mystischen Traditionen. Im 9. – 12. Jahrhundert zeigte die islamische Zivilisation eine so bemerkenswerte Liberalität und Offenheit, dass man jene Zeit sogar als die Epoche islamischer Aufklärung bezeichnet. Islamische Denker inspirierten die abendländische Philosophie, interkulturelles Denken wurde Wirklichkeit. Damals war der Islam die führende Weltzivilisation, dem Abendland in allen Belangen überlegen: die Blüte der islamischen Kultur verdankte sich der Weltoffenheit und der Dialogfähigkeit mit anderen Kulturen. An diesem Abend kommen islamische Philosophen und Mystiker aus jener Zeit zu Wort und verblüffen uns mit liberalen Auffassungen, die  im Abendland damals wortwörtlich undenkbar waren. Wir nehmen jene Zeit auch zum Anlass, über die Rolle des Islam in der modernen Zeit nachzudenken. Ein philosophisches Café also mit einer globalen Vision: ist das maurische Andalusien ein Modell für ein zukünftiges Weltbürgertum?

         

Große Strömungen des zwanzigsten Jahrhunderts (1):
Psychoanalyse - Sigmund Freud und C.G. Jung                                                            
Schwäbisch Gmünd, 26.3.2010, 19.30 Uhr

        Das zwanzigste Jahrhundert war das Jahrhundert der psychologischen Perspektiven. Pünktlich zum Jahrhundertbeginn erschien Sigmund Freuds Traumdeutung, der Klassiker der psychologischen Literatur. Freud hatte das Unbewusste entdeckt und damit das Menschenbild des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt. Nicht weniger einflussreich waren Freuds kulturpsychologische Schriften, in denen Freud eine Deutung der latenten menschlichen Aggressionsbereitschaft vorlegte. Doch seine Trieblehre blieb nicht unwidersprochen, insbesondere störte man sich an der starken Bedeutung der Sexualität, die Freud dem unbewussten Leben zusprach. Sein Schüler C.G. Jung distanzierte sich zunehmend von dem Übervater der Psychoanalyse. Er forschte nach den psychologischen Grundmustern kultureller Erfahrungen. Und er wurde fündig in uralten Mythen und Bildern, die unser heutiges Bewusstsein beeinflussen. Archetypen eines kollektiven Unbewussten nannte er seinen Fund. Damit wurde die Psychoanalyse zu einem Gesprächspartner für Religionen und Literaturen. Das philosophische Café wagt einen philosophischen Blick auf die Psychologie!