Was heißt es, in der Welt heimisch zu sein?

Hotel Seevilla in Altaussee
25.– 30. April 2021

Altaussee Seevillasommer

Das Hotel Seevilla ist ein magischer Ort. Still liegt es am Ausfluss des geheimnisvollen
Altausseer Sees, in dem sich die felsige Tressenwand spiegelt. Nahezu unverändert
präsentiert sich die poetische Landschaft wie zu Zeiten Johannes Brahms, der hier
im Hotel seine Lieblingsresidenz aufschlug. Die Ufer immer noch unverbaut und ohne Straße,
ein Ort, wo es sich die Seele zur Ruhe kommt. Und ein Ort des Nachdenkens über die
wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Die bezaubernde Aura des Ortes legt nahe,
über unseren Ort in der Welt zu philosophieren: Was bedeutet es, in der Welt zuhause zu sein?
Die größere Heimat also als Thema mit vielen funkelnden Horizonten!

Altaussee Seevillasommer2Das Seminar: Seitdem es die Schrift gibt, ist von der Erfahrung die Rede, der Mensch sei ein Fremder in der Welt. Die Mythen hatten es mit dem Goldenen Zeitalter, auch sie beklagten schon seinen Verlust. Die Vertreibung aus dem Paradies, Gilgameschs Reisen, die Odyssee. Schon die älteste Überlieferung kündet davon, dass der Mensch nicht heimisch in der Welt ist. Und spätestens mit der Renaissance begreift das Bewusstsein, dass sein menschlicher Träger eine exzentrische Bahn beschreitet. Es schleudert ihn hinaus, und im Laufe der Jahrhunderte werden die Fliehkräfte immer stärker. Der technologische Fortschritt beschleunigt die unheimliche Einsicht, in einer Welt zu leben, die man nicht mehr verstehen kann. Die Produktions- und Warenströme verzweigen sich ins Unübersehbare, das globalisierte Wirtschaften bedroht bei Pandemien das gesellschaftliche Leben. Ein neuer Gesellschaftsvertrag steht auf der Agenda, fairer und stärker auf das Gemeinwohl sich verpflichtend als die neoliberalistisch ausgehöhlten Staatswesen der Gegenwart. Auch fragmentieren sich die Gesellschaften immer weiter, die einzelnen Individuen erleben sich als machtlos im Gang der Politik. Das ist der Sternstunde der Populisten, die vorgeben, den Schlüssel für eine gelingende Gesellschaft in der Hand zu haben. Das ist aber auch eine Sternstunde der Philosophie. Denn Orientierung in der Welt der Gegenwart ist nur von eines nach vielen Seiten hin offenen Philosophierens zu erwarten.

Seminarbeginn und –ende: 25. April 18:00 Uhr, Ende am 30. April nach dem Frühstück.

Ausflüge: Spaziergänge um den See und nach Grundlsee, optional Ausflug nach Hallstadt ins älteste Salzbergwerk der Welt.

Anreise: individuell.

Gruppengröße: auf 12 – 20 Personen (bei anhaltender Pandemie weniger).

Kosten: für Übernachtung, Vollpension, Kaffeepausen, Seminarraum, Seminar und Skript im DZ € 1410, EZ-Zuschlag € 100.

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht