Hermann Hesse in Montagnola

Lugano
voraussichtl. 12.– 17. September 2021

Das Tessin ist die Sonnenterrasse der Schweiz. Hier begegnet Italien mit der Schweiz, hier findet unsere Sehnsucht nach dem Süden ihre ersten Bilder. Im Spätsommerlicht bei milderer Sonne, und im Gepäck ein paar Erzählungen des prominentesten Schriftstellers, der im Tessin seine Wahlheimat aufschlug.

Als Hermann Hesse 42-jährig nach Montagnola zog, musste er sein Leben neu ordnen. Hinter ihm lag eine schwere Lebenskrise, in der vieles zusammenkam: das grauenvolle Gemetzel des Ersten Weltkriegs, das aus ihm einen kraftvollen Antinationalisten und Kriegsgegner gemacht hatte, dann der Tod seines Vaters und seine gescheiterte Ehe. Eine psychotherapeutische Behandlung in Luzern half ihm dabei, das Gleichgewicht wieder zu finden. Ein Neuanfang sollte es werden, hier in Hesses »Paradieseslandschaft«, und tatsächlich beging er von nun ab neue literarische Wege. Wir erkunden sie gemeinsam, in Lektüren, Diskussionen und bei Spaziergängen, die Hesse so liebte und von denen er sich auch in seinen Aquarellen inspirieren ließ.

Das Seminar: Aus dem opulenten literarischen Werk greifen wir in unseren Diskussionen einzelne Juwelen heraus, die der Schriftsteller hier im Tessin verfasst hatte: die Erzählungen ›Klingsohrs letzter Sommer‹ und die ›Morgenlandfahrt‹, dann den von Thomas Mann hochgelobten ›Deminan‹ und die Schlüsselromane ›Steppenwolf‹ und ›Siddhartha‹. Auch gehen wir den psychoanalytischen Spuren nach, die der Schweizer Analytiker C.G. Jung in Hermann Hesses Werk hinterlassen hat. Alles wird Ihnen aufbereitet und in Kernstellen der Werke im Seminarreader präsentiert.

Seminarbeginn und –ende: 12. September 18 Uhr, 17. September nach dem Frühstück

Reader: die ausführliche Textsammlung müssen Sie keinesfalls vorher durchgelesen haben! Sie dient als Grundlage unserer Lektüren und Diskussionen.

Gruppengröße: 12 – 20 Personen (bei anhaltender Pandemie weniger).

Exkursionen: wird noch bekannt gegeben

Anreise: individuell

Kosten: wird noch bekannt gegeben

 

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht