Das Gute und das Nützliche:
Die utilitaristische Ethik

Propstei Sankt Gerold
17. – 22. Juni 2022

Meißen

Die Moralphilosophie fragt nach dem richtigen Handeln und dem guten Leben. Die großen ethischen Systeme geben ihre Antworten darauf. Dabei besteht nicht immer Einigkeit im moralischen Wertgefüge. Einzelne Stärken sind mit Schwächen an anderer Stelle erkauft, und bekanntlich gibt es moralische Situationen, bei denen es keine wirklich befriedigende Lösung gibt. Eine der gegenwärtig weitverbreitetsten Ethiken ist der Utilitarismus. Er entstand in England als Reaktion auf die entwürdigenden Arbeitsbedingungen der industriellen Revolution. Es gehe um das größtmögliche Glück für eine größtmögliche Anzahl von Menschen, erklärte Jeremy Bentham im späten 18. Jahrhundert. John Stuart Mill korrigierte im 19.Jahrhundert einige Schwächen des Bentham’schen Ansatzes. Der Utilitarismus wurde in jüngerer Vergangenheit stets weiter entwickelt, doch anrüchig blieb er ganz einfach deshalb, weil er das Gute in den Formenkreis des Nützlichen rückte. Nützlichkeit, so der Einwand, ist ein pragmatischer Begriff und kein moralischer. Aber gerade das macht den Utilitarismus anschlussfähig an das politische Handeln. Und darüber hinaus lässt sich nicht bestreiten, dass der Zeitgeist von Moderne und Spätmoderne dem Nützlichen huldigt! Meißen Dachlandschaft

Das Seminar: Wenn der Name Utilitarismus fällt, weiß man mitunter nicht, ob es nicht doch tadelnd gemeint war. Betrachten wir den Utilitarismus einmal vorurteilsfrei! Wo liegen seine Stärken, und wo weist er moralische Defizite auf? Dabei betrachten wir die ganze Formenvielfalt, die er in den zweieinhalb Jahrhunderten gewonnen hat. Unumgänglich sind auch die Seitenblicke auf konkurrierende ethische Systeme. Kurze Skizzen mit den wichtigsten moralphilosophischen Ansätzen geben Ihnen einen profunden Überblick. Aktuelle ethische Probleme im Umkreis von terroristischen Bedrohungsszenarien oder autonomem Fahren veranschaulichen Ihnen die moralphilosophischen Überlegungen.

Seminarbeginn und –ende: 17. Juni gegen 18 Uhr, 22. Juni nach dem Frühstück.

Reader: eine ausführliche Textsammlung wird Ihnen drei Wochen vor Seminarbeginn zugesandt. Keinesfalls müssen Sie den Reader vorher durchgearbeitet haben!

Teilnehmerzahl: 12 – 18 Personen

Wanderungen und Exkursionen: Spaziergang in den Weinbergen. Kunstmuseum, Staatsgalerie, Theater, Oper oder Konzert in Stuttgart (ich besorge Karten auf Anfrage).

Anreise: individuell.

Kosten: Fünf Übernachtungen/Vollpension (Ausnahme 1 Mittag- und 1 Abendessen) in der Evangelischen Akademie Meißen, Kaffeepause am Vormittag, Seminar, Skript und Seminarraumkosten im DZ € 1050, EZ-Zuschlag € 40

 

Philosophisches Forum

 
 

Peter Vollbrecht