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Das zwanzigste Jahrhundert Teil 2 (von 4): Berlin - die wilden Jahrzehnte
16. - 21. Oktober 2012 Hotel Maritim, Berlin
Auf der zweiten Etappe unserer weitschweifigen Streifzüge durch das Zwanzigste Jahrhundert nehmen wir die Zeit zwischen den Kriegen in Augenschein. Berlin hatte sich in jenen Jahrzehnten zu einer europäischen Metropole entwickelt, - wir stehen dort im Zentrum einer Epoche und ergänzen mit thematischen Exkursionen in der Stadt unsere philosophischen Wanderungen durch die Zwanziger und Dreißiger Jahre. Wir orientieren uns über die Philosophie hinaus dabei nach vielen Seiten: zu den Naturwissenschaften, der literarisch-satirischen Szene, der bildenden Kunst und der gesellschaftlich-politischen Öffentlichkeit. Dabei zeigt sich Ihnen ein weltoffener, experimentierfreudiger Zeitgeist – und die fanatische Reaktion der nationalsozialistischen Ideologie.
1. Die Weimarer Republik Kulturgeschichtlich steigen wir in Berlin ein in die ungeliebte Weimarer Republik. Ihr Seminarleiter begrüßt Sie am Nachmittag um 15 Uhr mit einem Willkommenstrunk und stellt Ihnen das Programm der nächsten Tage vor. Lassen Sie sich durch Vorträge, Diskussionen und Textlektüren bekannt machen mit dem Zeitgeist zwischen den Kriegen: Hoppla, leben wir? Dada und die Surrealisten, Bauhaus und Neue Sachlichkeit, das beredte Feuilleton und die engagierte Literatur, politisches Kabarett und Varietés: der kulturelle Raum jener Jahrzehnte war zum Bersten dicht gepackt. Und plötzlich stehen Sie mittendrin, in vergangenen Berliner Jahren. Lernen Sie am Abend Ihre Mitreisenden in einem typischen Berliner Restaurant näher kennen – vielleicht im hippen Friedrichshain?
2. Die Unruhe der Zeit Ein morgendlicher thematischer Stadtrundgang mit anschließendem Besuch der Neuen Nationalgalerie mit ihrem repräsentativen Focus auf die Kunst der ersten Jahrhunderthälfte liefert Ihnen zum gestrigen Nachmittag anschaulich nach. Nach einer längeren Mittagspause führen wir unsere Betrachtungen über die kulturelle Physiognomie der Zeit fort mit dem Vortrag Der offene und der ideologische Blick. Anschließend lesen und diskutieren Sie Texte von Karl Jaspers, Bertold Brecht, Egon Erwin Kisch. Wie wäre es am Abend mit einem Besuch des politischen Kabaretts in der „Distel“? (optional)
3. Die Revolutionen in der Physik Auch im Exakten ist nichts mehr, wie es war – ein Vortrag führt Sie zu den bahnbrechenden Innovationen im naturwissenschaftlichen Weltbild, der Relativitätstheorie und der Quantenphysik. Wir lesen Texte von Einstein, Freud, Heisenberg und v. Weizsäcker über das Problem der Verantwortung des Wissenschaftlers, - die Wissenschaftler damals erkannten die militärische Verwertbarkeit ihrer Forschungen und fürchteten den Bau einer Atombombe. Nachmittags Ausflug zur Humboldt-Universität und ins Zille-Museum im Nikolaiviertel. Entlasten Sie sich wie anno dazumal abends vom Gewicht der komplexen Zeiten im Tanzvarieté Friedrichstadtpalastes (optional).
4. Die Wende zur Sprache Wortstark war die Zeit, im Guten wie im Bösen. Der Vortrag Unser sprachliches Dasein führt Ihnen vor Augen, weshalb im 20. Jahrhundert die Sprache so sehr Thema ist – bis heute! Ernst Cassirer, Martin Heidegger, Martin Buber und Walter Benjamin sind unsere philosophischen Kronzeugen dafür. Zwischendurch erinnern wir das jüdische Leben im Jüdischen Museums, und den Tag können Sie abrunden mit einem gemeinsamen Essen in der Ihnen nun wohlbekannten Runde.
5. Treffpunkt: Exil Nach 1933 flüchtet die intellektuelle Elite ins Exil. Zum Abschluss unserer philosophischen Zeitreise durch die Zwischenkriegsära suchen wir in Vortrag und Diskussion die Schauplätze der freien Europa und Amerika auf. Autoren wie Theodor Adorno, Max Horkheimer, Thomas Mann, Hermann Hesse, Ernst Bloch und Georg Lukács ziehen uns ihre Bilanzen – und Sie tauschen sich mit Ihren Mitreisenden über Gelungenes und Misslungenes der Berliner Tage aus! Ende des Seminars Abreise gegen 12 Uhr.
Reisepreis: ab € 990
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