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Philosophische Soiree an der
Einem Ausspruch des alten Aristoteles zufolge seien die Götter deswegen so ausnahmslos glücklich, weil sie unablässig philosophierten. Voilà, auch in diesem Sommersemester können die StudentInnen der Hochschule es ihnen nachtun und jeweils am Montagabend mit dem Philosophen Peter Vollbrecht vom Philosophischen Forum Esslingen diskutieren, kreuz und quer durch den Themengarten. Ein einladender Vortrag eröffnet den Abend, es bleibt genügend Raum zum Austausch untereinander und mit den weitgefächerten Traditionen der Ideengeschichte. Eine Textsammlung zur Vorbereitung auf die jeweiligen Abende ist in Kürze auf auf pdf-Format abrufbar, wenn Sie auf die jeweiligen Überschriften klicken: Die Themen im Einzelnen, Beginn jeweils 18 Uhr: Mi., 14.04.10: Der tolerante Islam: Weltoffenheit und interkulturelle Philosophie im Goldenen Zeitalter des Islam Mi., 28.04.10 Michel de Montaigne: Wie die Menschen sind... Mi., 02.06.10 Weltmacht Wille: Arthur Schopenhauer Mi., 09.06.10 Albert Camus: Der glückliche Sisyphos Di., 22.06.10 Jean Paul Sartre: Zur Freiheit verurteilt Themenbeschreibungen: Mi., 14.04.10: Der tolerante Islam: Weltoffenheit und interkulturelle Philosophie im Goldenen Zeitalter des Islam Der Islam hat eine große Toleranztradition, nicht nur in seinen mystischen Traditionen. Im 9. – 12. Jahrhundert zeigte die islamische Zivilisation eine so bemerkenswerte Liberalität und Offenheit, dass man jene Zeit sogar als die Epoche islamischer Aufklärung bezeichnet. Islamische Denker inspirierten die abendländische Philosophie, interkulturelles Denken wurde Wirklichkeit. Damals war der Islam die führende Weltzivilisation, dem Abendland in allen Belangen überlegen: die Blüte der islamischen Kultur verdankte sich der Weltoffenheit und der Dialogfähigkeit mit anderen Kulturen. An diesem Abend kommen islamische Philosophen und Mystiker aus jener Zeit zu Wort und verblüffen uns mit liberalen Auffassungen, die im Abendland damals wortwörtlich undenkbar waren. Wir nehmen jene Zeit auch zum Anlass, über die Rolle des Islam in der modernen Zeit nachzudenken. Ein philosophisches Café also mit einer globalen Vision: ist das maurische Andalusien ein Modell für ein zukünftiges Weltbürgertum? Mi., 28.04.10 Michel de Montaigne: Wie die Menschen sind... Im Bibliothekszimmer im Turm seines Schlösschens entstehen sie: feinsinnige Beobachtungen über den Menschen. Michel de Montaignes berühmte Essais sind mit Muße geschrieben und wollen ebenso mit Muße gelesen werden. Überhaupt schwebt über seinem gewaltigen Hauptwerk die Herbststimmung des Alters, - eines frühen Alterns, denn Montaigne war erst Ende Dreißig, als er sich aus dem öffentlichen Leben zurückzog zum Philosophieren. Wir studieren einige der Lieblingsthemen Montaignes: über das Altern natürlich, dann über die Einsamkeit, über Freundschaften, über die Liebe, über das innere Leben und den vergeblichen Glanz des Prunks. Was macht das Leben lebenswert? Unser Abend kreist ganz und gar um diese Frage … Mi., 02.06.10 Weltmacht Wille: Arthur Schopenhauer Er wollte noch einmal eine allgemeine Welt-Theorie schreiben, er wollte begreifen, in welchen Kreisen sich das Universum dreht. Seine Antwort greift der Psychologie fast 100 Jahre voraus: der Wille hält die Welt im Innersten zusammen, der Wille macht Geschichte. Nicht der Geist treibe die Geschichte, sondern der Körper. Schopenhauer war vom Blick in das Schwarze der Seele fasziniert. Die forsche philosophische Wende vom Geist zum Körper aber ist nur die eine Seite des Arthur Schopenhauer. Die andere: Das Besondere des Menschen bestehe darin, mit Erkenntnis über den blinden Willen hinaus zu gelangen bis hin zur Überwindung des Willens. Die Philosophie triumphiert also doch über die Macht des Körpers. Aber Schopenhauer orientiert sich dabei an der indischen Philosophie. In ihr erkennt er die große Leistung, die Macht des Willens brechen zu können. Der philosophische Abend führt uns also zunächst in sehr bekannte Zonen unseres Selbst, um uns dann in ganz fremde Welten zu werfen… Mi., 09.06.10 Albert Camus: Der glückliche Sisyphos Irgendwann überfalle es einen, das Gefühl des Absurden, so Albert Camus. Und damit beginne der Mensch, philosophisch aufzuwachen, denn nun stelle sich alles nicht mehr so dar wie zuvor. Der in Algerien geborene französische Existenzialist unternimmt in seinem literarischen und philosophischen Werk den Versuch, in einer sinnentleerten Welt Halt zu finden. Mit wirklich großartigen Gedanken ringt Camus dem Sinnlosen einen Sinn ab und prägt dafür das berühmte Bild des Steine rollenden Sisyphos, den wir uns als einen glücklichen Menschen vorzustellen hätten. Sind wir alle ein solcher Sisyphos?
Di., 22.06.10 Jean Paul Sartre: Zur Freiheit verurteilt Wie schon Albert Camus, so beginnt auch Jean Paul Sartre seine Philosophie mit dem plötzlichen Einbruch eines starken Gefühls: dem Ekel. Sartre war der tonangebende französische Intellektuelle der fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch er baut seinen Existenzialismus auf atheistischem Grunde. Der Mensch sei in die Welt geworfen. Dort müsse er seine Existenz mit einem eigenen Plan beschreiben, er sei dazu verurteilt, frei zu sein. Freiheit ist demnach wie ein Schicksal über ihn verhängt. Vollziehen wir den Sartreschen Freiheitsentwurf noch einmal nach und stellen wir ihn in die Mitte unserer eigenen Existenz!
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