Philosophisches Forum
Praxis für Kulturphilosophie
Peter Vollbrecht

Wenn Philosophie zur Kunst wird:
Nietzsche, Schopenhauer, Wagner und Thomas Mann

13. – 19. Juni 2011
Hotel Edelweiss
Sils-Maria, Engadin

Sils

Die Lust am Denken verbindet Vernunft mit Emotionen: die Philosophie flirtet dabei mit der Kunst. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Philosophie tatsächlich immer wieder von der Möglichkeit fasziniert, in der Kunst ihre eigene Vollendung zu suchen. Sils Maria ist aufgrund seiner intellektuellen Traditionen der ideale Ort, dieser geistigen Nähe von Denken und Kunst nachzuspüren. Friedrich Nietzsche war hier Ende des 19. Jahrhunderts der erste philosophische Tourist, er wohnte einen Steinwurf entfernt von unserem Hotel. Seitdem finden sich bis heute immer wieder Dichter, Denker und Künstler in dem kleinen geistigen Kraft-Ort ein, der von türkisgrünen Seen umgeben paradiesisch in weiter Hochgebirgslandschaft liegt: der Himmel Italiens über den Gletschern der Schweiz!

Seit nunmehr elf Jahren führe ich in Sils Maria philosophische Seminare durch, der paradiesische kleine Ort ist mir zur zweiten Heimat geworden. Das sehr freundlich und familiär geführte Hotel Edelweiss hat eine richtige Gourmet-Küche, es ist alles so schmackhaft dort! Kein Wunder also, dass die Reisen ins Engadin immer schon recht früh ausgebucht sind...

Seminarbeginn und –ende: 13. Juni gegen 18 Uhr, 19. Juni Abreise nach dem Frühstück.

Das Seminar: Nach dem Abendessen am Anreisetag erwartet Sie bei einem Glas Wein eine Einführung ins Seminarthema. Sie tauchen ein in einen philosophischen Hauptstrom, der eine intime Nähe sucht zum seelischen Leben des Menschen. Schon während der Ouvertüre zur Seminarwoche, am allerersten Abend, erahnen Sie, wie gut unser Thema mit dem Ort harmoniert.
Während der beiden nächsten Tage konzentrieren wir uns auf die Philosophien Schopenhauers und Nietzsches unter der Leitfrage, welche philosophischen Gründe die beiden zum Flirt mit der Kunst veranlasst haben. Ich summiere Ihnen die kunstphilosophischen Grundzüge aus Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung sowie aus Nietzsches Erstlingswerk Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. Ein größeres Panorama breitet sich vor Ihnen aus, Sie diskutieren – auf die Spur gebracht durch Vorträge wie auch durch Textlektüren aus dem Skript – die Erkenntnisansprüche und die Erkenntnisgrenzen der philosophischen Vernunft und entwickeln daraus die Vision eines poetischen Denkens.

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, meinte Nietzsche, und Schopenhauer äußerte, jede wahre Philosophie müsse in einer Philosophie der Musik gipfeln: daran versuchen wir uns am nächsten Tag mit einem detaillierteren Blick auf Wagners Opernkunstwerk. Abends hören wir in unserem Seminarraum die Oper Tristan und Isolde. Immer wieder finden sich Opernkenner ein auf dieser Reise, - wir werden von ihren Kenntnissen lernen können. Die letzten beiden Tage stöbern wir in ausgewählten Passagen aus Thomas Manns Musikroman Doktor Faustus, lassen uns inspirieren durch Thomas Manns Beethoven-Analysen, hören die entsprechenden Stücke und runden unser Seminar ab mit Betrachtungen zu Kunst und Philosophie.

Sils2Reader: eine ausführliche Textsammlung wird Ihnen drei Wochen vor Seminarbeginn zugesandt. Keinesfalls müssen Sie den Reader vorher durchgearbeitet haben!

Gruppengröße: 12 – 18 Personen

Wanderungen: leichte ca. 2-3 stündige Wanderungen mit Gelegenheit zum Mittagessen auf den Almen. Vorgesehen sind: Fextal, Engadiner Höhenweg Sils - Maloja, Chasté mit einer Lesung am Nietzsche-Gedenkstein, Corvatsch Mittelstation - Furtschellas-Bergstation.

Anreise: individuell

Kosten: € 1100 im DZ: Halbpension, Sauna, örtl. Bergbahnen incl., Seminargebühren, Skript; EZ-Zuschlag € 40